Hans-Joachim Billib

1954 in Berlin geboren und wuchs in Reinickendorf auf

1973 Studium an der Hochschule der Künste, Berlin

1979 Abschluss des Studiums als Meisterschüler bei Klaus Fußmann

1980 erste Fahrten in die Region der Flensburger Förde, zu Gast Klaus Fußmann in Gelting an der Ostsee.

Es ist der Beginn einer bis zuletzt andauernden Freundschaft zu seinem ehemaligen Meister.

Freie Natur bildet hier den Gegenpol zur Berliner Großstadt, die neben den fein abgestimmten Stilleben immer wieder thematisiert wird.

Der Künstler lebte und arbeitete in Berlin.

2013 ebenda gestorben

 

„(…) Bei der Fahrt durch die Stadt oder durch die Landschaft, beim Spaziergang oder auch bei längerem Verharren an einem Ort, entdecke ich Ansichten, von denen ich sofort weiß, dass ich davon ein Bild machen kann. Manchmal behalte ich das Gesehene einfach in der Erinnerung, gelegentlich mache ich aber auch eine kleine Bleistiftnotiz in meinem Skizzenbuch. In vielen Fällen bleibt es bei der Skizze, noch öfter bei der Erinnerung.
Durch Mangel an Gelegenheit bleibt manches Bild ungemalt. (…)

Meine Malutensilien transportiere ich in einer umgebauten Einkaufskarre. Darin befindet sich alles, was ich für die Arbeit brauche... eine Kiste mit Ölfarben und Pinseln, Terpentin, Lappen, Klebeband und so weiter. An einer Seite des Wagens kann ich die Staffelei befestigen; so brauche ich nur eine Hand für die Ausrüstung... die andere ist für die Leinwand. (…)

Nach einer Phase der Landschaftsmalerei finde ich es sehr angenehm, im Atelier zu arbeiten. Das Licht kommt von Norden. Für die Stillebenmalerei ist das besonders angenehm, weil sich die Schatten nicht durch die Erddrehung ständig verändern... in der Landschaft stört mich das merkwürdigerweise nicht.
Es klingt vielleicht albern, ist aber durchaus ernst gemeint: auch die Abwesenheit von Wind genieße ich. (…)

Ich arbeite nicht nach Fotografien... eine Winterlandschaft im warmen Atelier malen? Nee! Das geht nur draußen... auch wenn ich mir dabei ein wenig den Arsch abfriere!
Sehr schön war das im März 1996, als die Ostsee zugefroren war und ich den ganzen Nachmittag auf dem Eis stand und arbeitete... Schwäne flogen in geringer Höhe... unter mir knackte das Eis und glänzte im späten Nachmittagslicht. Nach Sonnenuntergang kam mein Bruder vom Haus, um mir zu helfen. Er packte mein Zeug zusammen und verschloß die Farbtuben... meine Finger konnten kaum noch richtig greifen... so etwas kann man nicht aus Fotos lernen. (…)“

Hans-Joachim Billib

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© Katharina Fußmann-Hense